Am Mittwoch, den 17. Juni 2026, stand beim zweiten Event der Saison 17 alles im Zeichen einer Fähigkeit, die im Alltag oft unterschätzt wird, auf dem Erdbeerhof Warnsdorf aber plötzlich zur sportlichen Höchstleistung wurde: Einparken. Zehn Teilnehmer stellten sich der Aufgabe, ihre Fahrzeuge möglichst schnell, präzise und mit einer überschaubaren Zahl an Pylonenberührungen durch die einzelnen Disziplinen zu manövrieren.

Auf dem Programm standen das gerade Einparken, das seitliche Einparken sowie das Wenden im Höfchen in beiden Richtungen. Für die Wertung galt ein einfaches, aber wirksames Prinzip: Zur gefahrenen Zeit kamen für jede berührte Pylone fünf Strafsekunden hinzu. Wer also besonders schnell unterwegs war, durfte sich nicht zu früh freuen – die kleinen orangefarbenen Schiedsrichter am Streckenrand waren unerbittlich. Schon beim geraden Einparken wurde deutlich, dass zwischen Theorie und Praxis gelegentlich ein halber Meter und eine Pylone liegen können. Manche Teilnehmer fanden sofort die richtige Linie, andere nutzten die vorhandene Fläche lieber vollständig aus. Beim seitlichen Einparken wurde es dann noch enger: Hier waren Augenmaß, Fahrzeuggefühl und der feste Glaube daran gefragt, dass das Auto schon irgendwie in die Lücke passen würde.

Für besonders viel Unterhaltung sorgten die beiden Höfchen-Disziplinen. Im engen Wendefeld zeigte sich schnell, wer ruhig rangieren konnte und wer zwischendurch erst einmal mit der eigenen Fahrtrichtung verhandeln musste. Einzelne Fahrer verfuhren sich dabei charmant innerhalb weniger Pylonen, andere standen beim Rückwärtseinparken zwar sehr überzeugend – nur leider auf der falschen Seite der Hütchen. Der Weg war damit nicht immer der kürzeste, aber selten langweilig Im Laufe des Abends war bei vielen Teilnehmern eine deutliche Lernkurve zu erkennen. Was anfangs noch vorsichtig und mit gesundem Respekt vor der Pylonenlandschaft begann, wurde von Lauf zu Lauf entschlossener und präziser. Besonders kompromisslos ging dabei Chainsaw zu Werke: Wo andere noch einmal überlegten, ob die Lücke wirklich groß genug war, wurde bei ihm bereits rangiert. Die Pylonen hatten dabei nicht immer ein Mitspracherecht.

In der Gesamtwertung blieb es bis zum Schluss ausgesprochen spannend. Rocket und Chainsaw erreichten jeweils elf Punkte. Da Rocket beim geraden Einparken die bessere Zeit erzielt hatte, entschied dieser Wertungsvorteil den Gesamtsieg. Mit zwei zweiten Plätzen und durchgehend starken Ergebnissen war es ein verdienter erster Platz.

Chainsaw belegte damit einen starken zweiten Platz. Für ihn blieb der Abend allerdings nicht ganz folgenlos: Er hatte an diesem Tag zusätzlich die ehrenvolle Aufgabe, den Weltmeisterpokal mitzunehmen und auf ihn aufzupassen. Der Pokal blieb allerdings zu Hause. Über eine angemessene, selbstverständlich humorvolle Strafe wird daher noch beraten – der Kreativität sind dabei kaum Grenzen gesetzt. Fest steht nur: Beim nächsten wichtigen Termin wird der Pokal vermutlich einen eigenen Sitzplatz bekommen.

Den dritten Platz sicherte sich ElUffo mit zwölf Punkten. Es folgten Laxer auf Platz vier, Elkimo auf Platz fünf, Averall auf Platz sechs, Damn-Oh auf Platz sieben, Moll auf Platz acht, Krause auf Platz neun und Gymlee auf Platz zehn. Nach den vier Disziplinen und der anschließenden Siegerehrung endete ein Abend mit spannenden Duellen, bemerkenswerten Rangierkünsten und der einen oder anderen Pylone, die kurzzeitig um ihre Position fürchten musste. Und selbst wenn dieser Wettkampf wohl einmalig bleibt: Für die nächste enge Parklücke im Alltag dürfte der Abend bei dem einen oder anderen Teilnehmer durchaus hilfreich gewesen sein – zumindest sollte künftig klarer sein, auf welcher Seite der Hütchen beziehungsweise der Parklücke das Fahrzeug am Ende stehen muss.

 

 

Breadcrumbs